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Norwegen im Karton ☺

Mit dem Wohnmobil nach Norwegen

Ich bezeichne das Wohnmobil eher liebevoll Karton  ☺. Planung war recht einfach, nachdem ich von Jens den Track seiner Motorradreise 2013 bekommen habe. Sicher musste ich das Ganze etwas um planen, nachdem Jens ja mit dem Moped gefahren ist und auch ein paar Schotterstrecken in seiner Route waren. Danke hier nochmal an Jens von ro-ro Motorradkommunikation!

Die ersten Schwierigkeit bestand schon mal darin, ein Wohnmobil zu mieten, denn die Meisten Vermieter haben auf ihren Fahrzeugen eine Kilometerbegrenzung von 5000 km.
Das ist ja blöd, denn die geplante Route sind ca. 7500 km plus ungeplanter Verfahrer und Abstecher. Für jeden weiteren wollen die Vermieter so ungefähr 50  Cent je Kilometer. Also alle Vermieter in der Gegend abklappern und anfragen. Schließlich haben sich aber sogar zwei gefunden, die keine Begrenzung und einen halbwegs annehmbaren Preis für die Miete hatten.

Fährhafen Rostock

Los aus Nürnberg Richtung Rostock, um auf die Fähre nach Trelleborg zu kommen. Diese Strecke war dank deutscher Autobahnen an einem Tag zu bewältigen. Hier ist es möglich mit dem Wohnmobil auf dem Parkplatz am Fährhafen zu übernachten.

Von Trelleborg dann weiter Richtung Norden auf der E4, denn die geht von Süd nach Nord durchs ganze Land. Schweden ist selbst auf der E4 schön, aber irgendwie haben die Schweden scheinbar vergessen, Parkplätze da zu machen, wo es auch schön ist und Fotografieren sich auch lohnt. Somit gibt es leider wenig Bilder aus Schweden, welches eine Woche nachdem wie dort waren durch verheerende Brände wegen Trockenheit geplagt war.
Erste Nacht in Schweden

Über die E10, E8 und 392 ging es dann auf der finnischen Seite an der Grenze zu Schweden weiter hoch zum Nordkap. Auf der 392 oberhalb von Östra Stråkan passiert man den Polarkreis auf dem Weg nach oben.
Wenn man die vielen Schilder „Achtung Elche“ sieht, doch auf vielen tausend Kilometern keine Elche, könnte man glatt meinen, das der norwegische Elch ein Mythos ist, doch kurz vor dem Polarkreis dann doch ... drei Elche im Wald, doch leider kein brauchbares Foto. Das haben wir erst am Weg Richtung Süden erwischt.

Ok, Camping am Nordkap mit Frühstücksbüffet am nächsten Tag haben wir uns gegönnt, so oft wird man da nicht mehr hin kommen. Vorteil des ganzen war, das man früh schlafen gehen konnte und um Mitternacht dann zum Fotografieren wieder aufstehen kann. Respekt, haben dort ein Pärchen getroffen, das aus Indonesien mit dem Motorrad auf der Achse angereist ist. Hut ab! 9 Monate waren sie unterwegs.


Auf dem Weg vom Nordkap nach Tromsøhaben wir uns auf einem super Campingplatz (Fosselv Camping) dann dazu entschieden, die Lofoten noch mit zu fahren. Geplant war das eigentlich nicht, da ich mir nicht sicher war, wie das mit dem Karton machbar ist. Ist aber kein Problem und kann ich jedem nur empfehlen.

Von Tromsø über Senja, Andoeya, Sortland, Austvagoey, Vestvagoey, Flakstadoeya, Moskenesoeya nach Bodoe. Hinterher ist man immer schlauer, mit Leuten reden bringt so manchen Tip zu Vorschein. Mit einer App (Troms Mobillett) kann man auf den Fähren der Lofoten bis zu 25% an Kosten sparen. Leider gibt es das nicht für die Fähren auf der F17. Wer die Tour mit einem Wohnmobil machen möchte, sollte auf jeden Meter Länge verzichten, den er entbehren kann, denn, je länger desto teurer. Norweger sparen, wurde mir erzählt, gegenüber allen anderen bis zu 40% bei den Fährkosten.

Die E6 an der norwegische Küste ist landschaftlich schon der Knaller, aber die Lofoten setzten da noch einen drauf! Zwischen Jektvik und Kilboghamn passiert man hier auf der Fähre den Polarkreis. Die Fähre von den Lofoten (Moskenesoeya) fährt ca. 4 Stunden und ist nur bei gutem Wetter zu empfehlen, wenn man nicht richtig seefest wird.
Von Bodø über die F80 und dann die F17 weiter Richtung Süden. Hier sind es 6 Fähren und keine App zum sparen.

Eine Möglichkeit ist noch eine Fährkarte zu kaufen, die es dann ermöglicht 50% auf die Fährkosten zu sparen, aber da die Karte schon ca. 3600 norwegische Kronen kostet, ist das schwer abzuwägen, rentiert sich das, oder nicht?  Ich kann aber sagen, dass es sich rentiert, die Fähren zu nutzen, denn auch hier ist die Landschaft atemberaubend!

Trollstigen
Von der FV17 ging es dann weiter auf die E6 Richtung Trondheim, der drittgrößten Stadt Norwegens. Der Dom ist schön, doch von innen haben wir uns das gespart, denn man zahlt Eintritt und darf nicht fotografieren.
Nach Trondheim über die E39 und 715 wieder Richtung Meer. Nach zwei weiteren Fähren sind sie da, die Trollstigen. Also rauf da mit dem Karton. Endlich weiß ich, warum die Norweger so viele Tunnel haben ... die Norweger haben scheinbar massive Probleme Pässe zu fahren. Die schleichen da hoch, das ich kurz davor war zu überholen, was mir jedoch untersagt wurde :-)

Ne, mal im Ernst, die haben hier Tunnel, das gibt es nicht. Vermute mal, dass es für die Natur besser ist Tunnel zu bauen als immer Strassen übern Berg.

Bilder von oben gibt’s leider auch keine, denn die Sicht war stellenweise keine 100 Meter weit. Da kommt man den Pass herunter, und da ist er, der Geiranger Fjord. Der vermutlich meisst fotografierte Fjord Norwegens. Nicht nur der Fjord ist hier beeindruckend. Irre, da liegt ein riesiges Kreuzfahrtschiff vor Anker und sie karren die Passagiere Busweise den Berg rauf um ihnen eine schöne Aussicht zu bescheren.
Weiter auf der 55 entlang dem Gaupnefjord und dem Lustrafjord. Dann die 5 nach Aurland. Der Vøringsfossen, ein spektakulärer Wasserfall. Auch hier hin fahren die Touristenbusse mit den Schiffsreisenden. Vornehmlich haben wir dort Chinesen gesehn.

Wildcampen auf dem Haugastoel Hochplatau – die Ruhe ist herrlich! Kein Mensch weit und breit.

Die 5 wird zur E15, dann zur 13, kurz daruf zur 7 Richtung Oslo. Was für ein Zahlenwirrwarr !!!
In Torpo einen Stop – eine Stabkirche besichtigt. Dort verkaufen sie einem Bücher über Stabkirchen in Norwegen für satte 16€. Ein dünneres, aber völlig ausreichendes Buch gibt’s jedoch auch z.B. in Heimatmuseen.

In Gol, das ist ein ca. 8 km entfernter Ort steht auch eine Stabkirche – frech sind sie schon, die Norweger. Keiner sagt einem dort, das die Stabkirche in Gol nicht mehr die Originale Kirche ist, denn die hat man kurzerhand abgebaut und im Norwegischen Heimatmuseum in Oslo wieder aufgebaut.

Nachdem wir beschlossen haben, keine weiteren Museen mehr zu besichtigen und nach der Ruhe im Norden waren uns das doch zu viele Menschen in Oslo.
Es ist ja noch Zeit. Also nach Copenhagen. Schöne Stadt, aaaber ein Fehler, wie sich herausstellen sollte. Warum? Weil als wir dort waren, ca. 8 Kreuzfahrtschiffe dort vor Anker lagen. Ja, unter anderem auch Chinesen J.

Die schlimmste und am wenigsten informative Stadtrundfahrt meines Lebens, und das für ein Tagesticket für 35€ pro Person. Von Copenhagen sind wir dann über die Öresundbrücken mit einem Abstecher nach St. Peter Ording und Lübek in Richtung Heimat.  Gesamt waren es dann mal 8200 km und "scheee war´s". 

Was den Tourismus mit Campern und Wohnwägen betrifft, so glaube ich, hinkt unser liebes Deutschland weit, weit hinterher. In Schweden und Norwegen sind überall in einer vielzahl Stellen ausgeschildert um sein Schmutzwasser und den Inhalt der Chemie-Toilette los zu werden UND kostenlos Trinkwasser aufzufüllen. Hier in Deutschland scheint das eher schwierig zu sein. In der Regel wollen die Campingplatzbetreiber das nicht, da sie somit ja nichts verdienen. Hab dem guten Mann dann 5 Euro in die Kaffekasse geworfen. Auch was Campen auf Parkplätzen betrifft, kann ich nur sagen "Daumen hoch für Schweden und Norwegen. Selbst die Toiletten auf Parkplätzen sind manchmal alt, aber ich habe nur saubere Toiletten gesehn. Somit ist es kein Problem mal auf nem Rastplatz oder Parkplatz zu übernachten.

Norwegens Norden erschlägt einen regelrecht mit seiner beeindruckenden Landschaft. Ich bin nicht sicher, in wie weit sich diese Eindrücke überhaupt in Bilder fassen lassen, aber ich habe es versucht.


Um einen noch besseren Eindruck zu bekommen habe ich auch noch einige Panoramabilder gemacht. 
Ich wünsche viel Spass an den Bildern!

Rundumblick über einen See in Finnland 360° Panorama

Rundumblick auf einem Hochplato hinter Alta auf dem Weg zum Nordkap 360° Panorama

Blick auf einen Fjort auf dem Weg zum Nordkap 180° Panorama

Rundumblick über einen See & Campingplatz an der E4 360° Panorama

Blick auf eine Bergkette entlang des Ramjjords an der E8 zwischen Tromsoe und Senia 180° Panorama

Reisautlaeet Fjord 180° Panorama

Fjord kurz vor der Fähre nach Andoya 180° Panorama

Erster Eindruck der Lofoten 180° Panorama

Rundumblick über einer Kirche in Sildpollen 360° Panorama 

Blick über die Landschaft und das Meer in Henningsvaer (Lofoten) 180° Panorama

Trondheim - Castell neben dem Dom 360° Panorama