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England, Irland, Schottland 2018

mit dem Motorrad

Nachdem ich letztes Jahr mit dem Auto durch Schottland unterwegs war, und die Landschaft mich sehr beeindruckt hat, ging es im September mit dem Motorrad auf die Insel.

Auf der Motorradmesse IMOT in München haben etliche Veranstalter solche Touren angeboten, und so sind auch einige Freunde auf die Idee gekommen das mal zu machen. Leider konnte Andy nun nicht mit  ... 

Im Vorfeld hatte ich anhand der Angebote der Veranstalter mal 6 Routen vorgeplant um zu sehn, ob es über Veranstalter vielleicht günstiger werden könnte. Die Rundreisen sind dann inklusive Fähren und Unterkünften. Vorteil - dass man sicher eine Unterkunft hat und sich nur darum kümmern muss, das jeweilige Ziel zeitnah zu erreichen.
Nachteil – Man ist nicht flexibel und die Angebotenen Touren sind nicht erweiterbar.
Nachdem fest stand, dass Stefan mit fährt und auch Zeit zum verlängern hätte, hab ich dann eine etwas größere Tour ins Auge gefasst.

Plan war also, über Belgien und Frankreich nach Calais, mit der Fähre oder dem Zug nach England. Von Dover über Liverpool und weiter mit der Fähre nach Irland.
Hier dann vielleicht sogar rund um die Insel von Dublin nach Belfast, um von dort nach Schottland überzusetzen und die geplante Schottlandtour zu fahren.

Die Art der Heimreise hatte wir offen gelassen, denn das würde ja von Zeit, Lust und Wetter abhängig werden. Irland und England werden aber sicherlich O.P.E.L Tours  (Ohne Plan einfach los).

Und so war´s ...

Wie oben schon beschrieben, ging es von Nürnberg über Darmstadt, Luxemburg, Belgien überwiegend über Landstraßen in Richtung Calais (Frankreich). Zwischenstopp war kurz hinter der Grenze in Belgien. Hinter den Ardennen haben wir uns dann aber doch für Autobahn entschieden.

Fähre oder Eurotunnel?
Hmmm, billiger ist die Fähre, aber sie fährt seltener und braucht länger, und wie oft macht man das schon? Also ab zum Eurotunnel, der für Motorräder ca. 120 € kostete. Abhängig scheint das von Auslastung und Jahreszeit zu sein ... keine Ahnung  warum die Preise so schwanken.
Kein Verzurren, kein aus dem Laderaum raus - bis man sich versieht ist die Fahrt schon wieder rum.

Buchen kann man Fähre oder Eurotunnel über verschiene Portale. Direct Ferrys hat einen Vergleich der verschiedenen Anbieter.
Apps für Fähren gibt es mehrere, aber vernünftig funktioniert haben finde ich, nur "aFerry" und "Direct Ferry"
 

Vorsorglich haben wir uns einen Aufkleber ins Windschild geklebt um uns daran zu erinnern „Links“ zu fahren.

Auch in England haben wir uns zum größten Teil auf Landstraßen beschränkt. Um London rum jedoch ist die M25 empfehlenswert. Die M25 geht als Ring um London.
Und was findet der Motorradreisende? - Stau. Ein Gast in der Unterkunft erzählte mir, das die Engländer sagen „die M25 ist der größte Parkplatz Europas“.

Hier möchte ich anmerken, dass ich die Inseln als Motorradfahrer jetzt schon vermisse.   „THINK BIKE“ 
Im Stau, egal ob auf der Autobahn oder in Ortschaften, zwischen Autos durch zu fahren ist in England, Irland und Schottland echt der Hit. Unserer Erfahrung nach sind die Inseln der Motorradhimmel. Jeder nimmt Rücksicht auf Motorradfahrer. Wer ein Motorrad im Spiegel sieht macht Platz, egal ob Autobahn, Landstraße oder in der Ortschaft.

Dover – Liverpool haben wir in zwei Etappen gefahren
In Liverpool ist das „ The Beatles Story“ Museum Pflicht, also wenigstens etwas Kultur beim Motorradfahren. Von hier dann nach Holyhead zur Fähre nach Irland. Die Strecke ist schön, die Fähre billiger und schneller als die von Liverpool nach Dublin. Schließlich sind wir ja zum Motorradfahren hier und nicht zum fahren mit dem Schiff.

Südlich von Dublin über den Sally Gap nach Cork, wo der Wild Atlantik Way beginnt. Die Landschaft ist schon Mega beeindruckend, gerade die Region im County Kerry. In Kenmare in einem Pub haben wir, wie soll es anders sein, deutsche aus Augsburg und der Nähe von Bamberg kennengelernt.
In vielen der Pub´s in Irland und Schottland gibt’s am Abend Livemusik - auch das werde ich vermissen!

Oberhalb von Galway haben wir nach üblen Wettervorhersagen dann einen Shortcut gemacht und uns auf den Weg nach Belfast begeben. Somit haben wir 5 Tage auf der irischen Insel verbracht. Den Übergang zwischen Irland und Nordirland merkt man nur an den Verkehrsschildern. Von jetzt auf gleich stehen wieder Meilenangaben auf den Schildern.

Für eine Umrundung Irlands von Dublin nach Belfast denke ich, sollten 7 – 8 Tage reichen, wenn man nicht der Versuchung unterliegt ständig anzuhalten um Bilder zu machen.

Von Belfast mit der Fähre nach Cairnyan (Schottland). Und wie es so ist, hat uns Schottland mit „Liquid Sunshine“ empfangen.
Da die Fähre um 15:00 angelegt hatte – nächster Stopp, Oban. Pflicht ist in Oban das „Oban Fish & Chips“. Ein Take-Away mit ein paar Sitzplätzen. Der Fisch ist super und die Portionen groß. Preiswert essen kann man für unsere Verhältnisse eigentlich nirgends. Mit einem Abstecher ins „The Oban Inn – est. 1790“ haben wir den Tag dann beendet.
Ein überragendes Erlebnis bei dem ein Gast sich spontan die am Eingang stehende Gitarre geschnappte und das ganze Lokal unterhalten hat.

Die Tour ging weiter über Glencoe, Glen Etive, das Glenfinnan Viaduct (bekannt aus den Harry Potter Filmen) in Richtung Norden. Wir mussten dann feststellen, das es im September schwierig werden kann,  bezahlbare Zimmer auf unserer Route zu bekommen. Somit wurden es etwas weniger als die geplanten Kilometer um überhaupt was zu finden. Ursprüngliches Ziel war Eilan Donan Castle in Dornie. Das geplante Hotel war jedoch leider ausgebucht.

Viele Bed & Breakfast haben bereits ihre Saison beendet und was noch offen hat ist oft schon völlig belegt, da September scheinbar mancherorts Hochsaison ist. Was gelernt! Vorbuchen der nächsten Unterkunft bereits am Abend vorher.

Nach dem Besuch von Eilean Donan Castle und einer Route über Applecross nach Ullapool. Die Landschaft wie meist überragend und das Wetter oft zum passenden Zeitpunkt trocken, wobei ich finde, dass trübes Wetter gut zur Landschaft passt.

Immer wieder haben wir unterwegs im Internet nach Fähren von Newcastle nach Amsterdam geschaut und die Aussichten waren nicht gut – Platz nur für ein Motorrad. So haben wir uns entschlossen, nachdem absehbar war wann wir die Insel verlassen, die Fähre von Hull nach Rotterdam zu nehmen und diese auch gleich gebucht.

Ab Ullapool über Durness, wo es einen der schönsten Strände Schottlands gibt, nach Thurso. Unterwegs haben wir zwei motorradfahrende Engländer, Phil und Ian, kennen gelernt.
An der Ostküste entlang nach Loch Ness und von dort über Inverness, Perth nach South Queensferry.
In Edinburgh hat es sich als praktisch erwiesen dem „Hop on – Hop off“ Bus zu folgen. Ok, an Bushaltestellen ist etwas Geduld gefragt, aber es ist lustig!

Die Fähre nach Rotterdam ging laut Fahrplan erst um 20:30 und Check Inn bis 19:00. Also haben wir die Zeit auf der Strecke von Edinburgh nach Hull auf kleinen und kleinsten Nebenstraßen verbracht. Auch schön.

Insgesamt waren es laut Track aus dem Navi 6708 Kilometern inklusive dem Eurotunnel und der Fähre von Hull nach Rotterdam.

Abschließend muss ich sagen, sind Streckenabschnitte zwischen 230 und maximal 300 Kilometern auf den Inseln super. Die Nebenstraßen sind kurvig, die Landschaft schön und man hat Zeit, hier und da einen Foto-Stopp einzulegen oder eine Kaffeepause zu machen. Da es so abwechslungsreich ist, ist es kurzweilig und bevor man sich versieht neigt sich der Tag dem Ende.

Letztendlich ist die Tourenplanung davon abhängig, wie viele Burgen und Schlösser und Sonstiges man besichtigen möchte. Wir haben auf unserer Tour Dunrobin Castle und Eilean Donan Castle besucht und auch von innen gesehen. Die Eintrittspreise sind heftig, aber für den der mehr sehen will gibt es Pauschalkarten für alle Sehenswürdigkeiten die in diesem Verbund sind. Am Besten erkundigt man sich da vor Ort.

Hotelpreise liegen meistens so um die 100 Euro im Doppelzimmer. Manchmal mit Frühstück und manchmal ohne. Aus unserer Erfahrung heraus sind die Preise oft unverhältnismäßig und Unterkünfte unterhalb einer Bewertung von 8+ auf den einschlägigen Portalen manchmal Grenzwertig, zumal Bilder sowie Bewertungen leider oft sehr Stark von der Realität abweichen.

Der Eine oder Andere vergleicht Irland und Schottland. Einige sagen, dass sie Irland schöner finden als Schottland. Ich persönlich möchte mich da nicht wirklich festlegen. Irland ist wunderschön, Schottland aber auch. Die Landschaft ist unterschiedlich und beide Länder sind reizvoll. Schottland geizt nicht mit Burgen, Schlössern, unzähligen Seen und weitläufigen Tälern. Irland kleine malerische Straßen und Ort sowie den Wild Atlantik Way und vieles mehr.

Die Reise war super und ich würde es sofort wieder machen! Danke auch hier nochmal an Stefan, meinen sozusagenden Wingman!

Video zum Reisebericht Irland & Schottland mit dem Motorrad

weitere Bilder aus Schottland findet ihr hier:   Schottland Vol.1  Schottland Vol.2