mit'n Moped unterwegs

Norwegen mit'n Moped

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Norwegen, Nordkap(p) mit dem Motorrad

Nachdem ich letztes Jahr mit einem Wohnmobil in Norwegen unterwegs war, war die Planung der Route nicht ganz so dramatisch. Einen Gps-Track meiner damaligen Tour kombiniert mit einem Track eines Bekannten, und so war die eigentliche Route schnell erstellt.

Vorgebucht hatten wir die Nachtfähre von Rostock nach Trelleborg (Schweden) und eine Unterkunft 15 Kilometer vor dem Nordkap (p). Die Nachtfähre hat uns eine Unterkunft und ettliches an Strecke gespart. Viel schwieriger war – was nimmt man alles mit? Wenn man mit dem Moped unterwegs ist, ist das Platzangebot für Gepäck ja ziemlich beschränkt. Trotz allem ist eine fast dreiseitige Liste, bestehend aus Klamotten, Werkzeug, Medikamenten, Elektronikkram, Papieren, Reiseunterlagen und diversen Campingutensilien zustande gekommen.

Gut, Zelten wollten wir nicht, aber was ist in solchen Hütten vorhanden und was braucht man? Fragen über Fragen ...
Letztlich stellte sich heraus, das man in den Hütten eigentlich alles vorfindet, was man so benötigt. Töpfe, Pfannen, Geschirr, Besteck und Spülzeugs. Was man lediglich braucht ist einen Schlafsack, und den auch nicht immer. Somit hatten wir wie das meistens so ist, viel zu viel dabei! Selbst den Reservekanister mit 3 Litern Benzin hätten wir getrost zuhause lassen können.


Als praktisch hat sich eine Thermoskanne erwiesen, die gefüllt mit heißem Wasser, nachmittags, in Verbindung mit löslichen Kaffee ein warmes Getränk versprach.
Ansonsten braucht man ja als Motorradfahren einiges an Klamotten. Klar Mopedkleidung und Helm, mindestens zwei paar Handschuhe, Innenfutter, Regenzeugs, wenn das nicht in der Kluft schon drin ist, wobei das auch bei Kälte prima hilft.
Geregnet hat es auf unserer Tour während der Fahrt gesamt nur ca. 1 ½ Tage, was sich aber auf partielle Stunden verteilte. Ansonsten hatten wir sowas von Glück mit dem Wetter – traumhaft.

Start war der 29.06.2019, und gleich mal ordentlich Kilometer. Inklusive einem Abstecher nach Warnemünde kamen da gleich 702 zusammen. Die Nacht auf der Fähre war kurz aber geschlafen haben wir prima. Tag zwei gestallte sich dann gleich mal anders als vorgesehen, da uns zwei Schweden eine etwas andere / schönere Strecke vorgeschlagen hatten, als die E4, den die ist echt langweilig. So kamen am zweiten Tag auch wieder 721 km auf die Uhr J. (Trelleborg – Falun) Es hat sich aber gelohnt, denn die E50 ist unterhaltsamer zu fahren. So waren wir vor dem Zeitplan, da oberhalb von Stockholm.


Polarkreis (Schweden)Irgendwann muss man um Strecke zu machen dann doch auf die E4, die Zeit ist ja leider meist begrenzt und wir wußten nicht wie wir vorwärts kommen. Die Strecken waren so geplant, das sie bis zum Nordkap täglich kürzer wurden.
Highlight der Strecke, die Überquerung des Polarkreises!

Im Zeitplan am 04.07. gegen 13:40 in der Unterkunft nähe Nordkap angekommen, ließen wir uns es nicht nehmen noch am Nachmittag hinauf zu fahren. Erwartet wurden wir von Nebel mit Sichtweiten um die 30 Meter. Nachts jedoch hatten wir Traumwetter mit blauem Himmel und Sonnenschein! Sonnenschein? Ja, denn im Sommer geht die Sonne oberhalb vom Polarkreis nicht unter :-)

Nun auf in Richtung Lofoten über Tromsø. Gleich 10 Kilometer nach der ersten Fähre – Knall. Ist mir ein Schaf ins Vorderrad gelaufen. Schei . e!
Glück für mich, nicht gestürzt, sonst wäre die Reise wohl frühzeitig zu Ende gewesen. Kein Schaden am Motorrad.

Für das Schaf ging das Ganze leider nicht so glimpflich aus :-(. Schaden am Moped hab ich doch, stellte sich aber erst beim Waschen zuhause heraus. Der vordere Kotflügel ist gebrochen, aber gut, nicht so schlimm.

8. Tag auf der Halbinsel bei Brennsholmen stecken geblieben, da die weiterführende Fähre Richtung Lofoten um 17:00 fahren würde und wir die niemals erreichen würden. Egal, Unterkunft suchen und Feierabend.

Tag 9: Zur Fähre um die Sorge zu haben, dass man da nicht drauf kommt, da diese recht klein ist. Kurzentschlossen sind wir dann halt um den Tromsøfjord rum gefahren. War auch ne schöne Tour. Mit der Fähre nach Andøya und auf den Lofoten noch bis Svolvaer gefahren.

Tag 10 hat uns dann über Bodø bis nach Saltstraumen gebracht, wo die Fv 17 an der Westküste startet.

Am elften Tag sind wir dann auf Tjøtta stecken geblieben. Die lieben Fähren. Endlich hatten wir dann aber auch einen habwegs korrekten Fährplan gefunden. Problem? Die Ortsnamen auf dem Fährplan, der Landkarte und dem Navi stimmen nicht überein, grrr.
An diesem Tag haben wir auch den riesigen, rasenden Finnen kennen gelernt. Mindestens 2 Meter groß und auf einer giftgrünen 1200er Kawasaki unterwegs. Rasender Finne? Weil er immer ab der Fähre richtig Tempo gemacht hatte. Lustig war aber, das wir trotzdem meist vor ihm an der nächsten Fähre standen, da er unterwegs immer wieder tanken musste J.

Mit dem Fährplan und einem Start um 5:30 hatten wir bezüglich der Fähren dann einen Lauf! Yes! Und so kamen wir eigentlich jeden Tag erheblich weiter als es die Routenplanung vorgesehen hatte. Klar, mit nem Moped ist das fahren auf den kleinen Strassen einfacher als mit nem Karton, so bezeichne ich die Wohnmobile. Die norwegischen Lastwagenfahrer hingegen nennen sie „die weiße Pest“, da die Wohnmobile oft viel weniger als die vorgeschribenen 80 auf Landstraßen fahren.
Kurzweilig wie die Strecke war, ist uns nicht wirklich aufgefallen wie weit wir an dem Tag gekommen sind. Fast 500 Kilometer bis Trondheim. Hmmmm, wir werden wohl früher als gedacht wieder zuhause sein.

Traumstrasse 64 (Norwegen)Von Trondheim dann nach Kristiansund und zur Straße 64, die in vielen Reiseberichten als Traumstraße beschrieben wird. Und wie das so ist, kostet das je Fahrzeug mal 68 norwegische Kronen.
Andy war etwas enttäuscht, da er sich nach dem Bericht im Fernseh doch viel mehr als nur eine etwas spektakuläre Brücke versprochen hatte. Naja, so ist das. Im nachhinein betrachtet ist das schon schön da oben, aber ist das 68 Kronen wert? Mir auf jeden Fall nicht mehr.
 

Tag 14 überraschte uns dann auf der 258 erst mal mit ca. 10 Kilometer Schotterstraße und einer überragenden Landschaft. Genial.
Unterwegs trafen wir dann ein Pärchen aus Leipzig, die uns von der 53 über einen Pass zum Aurlandfjord berichteten. Eine super Straße, die würde zwar 90 Kronen je Fahrzeug kosten, aber es lohne sich jede einzelne Krone. Ich würde dem Typ die 180 Kronen am liebsten aus dem Buckel prügeln. Eigentlich jeder Pass in Norwegen ist schöner als die Strecke, und das auch noch ohne Entgeld L. Wieder was gelernt. Einzig überragend ist der Blick der einen erwartet wenn man den Fjord sieht. Das kann man aber auch kostenlos genießen.

Tag 15 brachte dann tief hängende Wolken, so das wir den Preikestolen ausgelassen haben. Macht ja keinen Sinn auf nen Berg zu fahren, wenn man keine Aussicht hat. Schade, aber dafür hat es auch nicht geregnet. Und so gährte in uns die Idee, pünktlich am 15.07.  abends im Stammlokal zuhause zu sein um Claudia zum Geburtstag zu überraschen.

17 Uhr 05 Minuten:
In Kristiansand am Fährhafen. Fähre weg, Fährbüro´s zu und Fjordline am 13.07 und 14.07. ausgebucht. Hmmm. Colorline hatte dann doch für den 14.07. zwei Plätze frei und wir konnten nach Hirthals  übersetzen. Mit Zwischenstop in Hamburg waren wir pünktlich zum Stammtisch daheim.

Fazit:
Trotz der Probleme mit den Fährverbindungen und dem Zusammenstoß mit dem Schaf war es eine echt geniale Tour von rund 7900 Kilometer auf der Achse. Norwegens Landschaft ist überragend und das Wetter war uns wohl gesonnen. Ok, manchmal etwas kalt, aber dafür hat man ja Pullover usw. dabei. Ich denke, Norwegen wird mich wieder sehen! Danke nochmal hier an Andy für's dabei sein. Gern mach ich wieder so ne Tour mit Dir!
 

Ein paar Tips am Rande:
Sollte man in Pensionen oder Hotels übernachten, die ab von Ortschaften sind, nehmt euch was zum Abendessen aus dem Supermarkt mit. Die Leute/Pesionen sind unverschämt, aber was macht man wenn man Hunger hat. Essen und zahlen. So haben wir für ein Chilli mit etwas außen rum glatte 29 Euro bezahlt.
Klamottentechnisch ist es ratsam genug unter die Motorradsachen drunter zu bekommen, es kann kalt sein! Im Zweifel Regenkleidung noch mit nehmen, die wärmt auch zusätzlich über den Motorradsachen. Einmal hab auch ich das genutzt, obwohl meine Motorradsachen absolut regendicht sind!

BMW Navigator und sämtliche Garmin Navigationsgeräte: ! ACHTUNG ! ACHTUNG ! ACHTUNG ! ACHTUNG !
Bevor ihr an den Polarkreis kommt, ganz WICHTIG! Stellt die Tag / Nacht AUtomatik ab und die Bildschirmleistung auch 100%, und das solange das Gerät in der Halterung hängt, denn das merkt sich das Gerät! Die Geräte sind nicht kaputt, aber, warum auch immer, kurz vor dem Polarkreis schaltet das Gerät auf 20% Bildschirmhelligkeit und das ist schwer zu ändern wenn der Bildschirm fast schwarz ist. Zurück auf automatik erst wieder unterhalb des Polarkreises! Das ist bei allen Garmin Geräten so, egal welches Straßen-Navi! Scheint Garmin nicht weiter zu interessieren.

Fahren in Finnland und Norwegen: 
Am besten an Geschwindigkeitsbegrenzungen halten, da es sehr teuer werden kann! Vorsicht bei Tunneln und Kuppen, es können Schafe oder Rentiere im Tunnel stehen oder Schafe oder Rentiere hinter einer Kuppe lauern. Sonnenvisiere vor einfahrt in den Tunnel rauf! Da drin ist echt finster und mir schien es gerade so als würden die Tunnel das Scheinwerferlicht fressen.

Für Unterkünfte leistet Booking gute Dienste, jedoch ist es schon öfter passiert, das die Unterkunft nicht da war, wo es Booking behauptet hat. So standen wir auch schon anstatt vor der Unterkunft vor einen Skilift. Also, Lage der Unterkunft am besten vor dem Buchen prüfen! Des weiteren sind nicht alle Campingplätze in jeder App vorhanden, so ist es zu empfehlen, mehrere zu haben. Booking, Tripadvisor, HRS, eventuell noch die ADAC Camping App. Hilfreich kann auch Google Maps sein. In der Ortssuche Campingplatz eingeben und es werden einem alle Plätze in der Umgebung angezeigt.

Zum Thema Fähre von und nach Norwegen / Schweden:
Fährt man über Nacht, was Zeit spart, kann man das Frühstück mit buchen. Der Preis ist OK und es ist reichlich. Für sonstige Verpflegung empfehle ich, vorher einkaufen zu gehn, da die Preise auf der Fähre (egal wohin, England, Norwegen, Schweden, Italien, Griechenland, Korsika, usw.) extrem hoch sind. Beispiel Bier, eine Flasche zwischen 7 und 9 Euro. Selbst Süßkram ist teuer.

Ein paar Links zur Planung der Fähren:  (wir haben die leider erst in Norwegen entdeckt)

http://www.reuber-norwegen.de/Faehren/FaehrenTroms.html
https://www.tromskortet.no/ferge/category2583.html
https://www.visitnorway.de/reiseplanung/mobilitat-vor-ort/schiff/
https://visitvesteralen.com/fahre-schnellboot
Troms Mobillett APP spart bis zu 25% auf Fähren im Bereich der Lofoten

Fähren Richtung Norwegen oder Schweden:
Direct Ferries , Stena Line , aFerry , TTLine

Apps zu Unterkünften:
NorCamp , Booking.com , Tripadvisor , ADAC Camping App , YR Norwegische Wetter App ,

Drohnenkarte Norwegen:  https://www.safetofly.no/


Download Track - Rostock über Schweden, Finnland, Norwegen nach Hamburg 
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P.S. Wie immer, wer Schreibfehler findet, darf sie gerne behalten :-)